Planung

Planung

  1. Wegbeschaffenheit und Landschaft
  2. Beachtenswerte Gefahren
  3. Kartenmaterial
  4. Logistik und Nachschub
  5. Wetter & beste Reisezeit
  6. Nützliche Links

1. Wegbeschaffenheit und Landschaft

Der Israel National Trail lässt sich grob in 2 Bereiche gliedern: Die Wüste von Eilat – Arad und die Waldgebeite von Arad – Dan. Die Wüste ist eine Felswüste, die überwiegend aus Kalk – und Feuerstein besteht. Oft geht man auf relativ angenehmen Wegen, allerdings immer auf Schutt, was man besonders bei Auf- und Abstiegen merkt, da man da etwas aufpassen muss. Häufig führt der Weg auch in Wadis oder quert diese. Die Wegebschaffenheit reicht dort von sehr sandig bis zu größen Blöcken, die überklettert werden müssen. Die Zwischenstufe sind große Gerölle, auf denen das gehen auch nicht angenehm ist. Zu guter Letzt gibt es noch Abschnitte die mit scharfkantigen Feuersteinen übersät sind. Allgemein lässt sich sagen, dass die Wege anstrengender sind als der typische Alpen-Wanderweg.

Nach der Wüste hat man zu 90% sehr gute Wege, die allerdings auch schlammig werden können wenn es regnet. Überwiegend geht man durch Wälder, Weide- oder Kulturlandschaft.

2. Beachtenswerte Gefahren

Schlangen und Skorpione:

Es gibt in der Negev und in Israel allgemein giftige Schlangen und Skorpione. Bei meiner Wanderung habe ich 2 giftige Schlangen gesehen. Üblicherweise wollen diese keine Bekanntschaft mit dem Menschen machen, da der als Beute zu groß ist. Darum schlängeln sie sich davon, sobald sie die Erschütterung der Erde spüren. Problematisch wird es nur, wenn man auf ein Schlange tritt, da sie dann zur Abwehr beißen. Allerdings sind Abwehrbisse nicht immer giftig, da sich die Schlangen ihr Gift lieber für Beute aufheben. Ein Schlangebiss ist trotzdem ein Grund für den Helikopter. Das Gift der Skorpione ist nicht tödlich, jedoch besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks, sodass man auch hier Hilfe holen sollte. Weiter Informationen zu Skorpionstichen finden sich in einem Beitrag vom deutschen Ärzteblatt. Skorpione halten sich gerne in der Wärme auf, darum sollte man morgens den Schlafsack langsam und ruhig öffnen und bevor man die Schuhe anzieht diese ausschütteln. Besondere Angst ist aber nicht nötig. Ich erinnere mich auf einer Seite zum INT auf die Frage was man alles gegen die giftigen Tiere machen sollte, sinngemäß folgende Antwort gelesen zu haben: Stress dich nicht und schüttel wie alle Israelis die Schuhe aus bevor du hineinsteigst. Ich habe auf meiner Wanderung von keinem Vorfall gehört.

Dehydration:

Gefährlicher als die giftigen Tiere würde ich die Dehydration einstufen. Vor allem in der Wüste sollte man deshalb immer genug Wasser mit sich führen. Wichtig ist auch die Symptome zu kennen, damit man weis, dass es sich um eine Dehydration handelt: Üblicherweise erfolgt ein Leistungseinbruch verbunden mit einer geringen Ausdauer und/oder Müdigkeit. Zudem können Kopfschmerzen und Missmut auftreten. Dann einfach Pause im Schatten machen und langsam wieder rehydrieren. Um Dehydration zu vermeiden sollte man regelmäßig und in kleinen Mengen trinken (also alle 5 Minuten ein Schluck anstatt nach einer Stunde einen halben Liter hinter zu kippen).

Verletzungen:

Im Falle einer schlimmen Verletzung (Beinbruch etc.) lohnt es sich ein Handy dabei zu haben. Ich habe immer starke Schmerztabletten dabei, damit ich im Notfall auch trotz Schmerzen mich an einen Ort begeben kann, an dem ich gefunden werde. Die Handynetzabdeckung in der Negev ist nicht überall gewährleistet, üblicherweise sind aber genug Menschen unterwegs die einen innerhalb von 24h finden sollten. Ein Beinbruch oder derartiges ist zudem ziemlich unwahrscheinlich.

3. Kartenmaterial

Wenn man den Israel National Trail als Ausländer gehen will, dann führt kein Weg am Guide von Jacob Saar vorbei. Er deckt den kompletten Weg mit Kartenmaterial ab, das im Gegensatz zu handelsüblichen Karten englisch beschriftet ist. Ein Satz israelischer Karten ist zudem deutlich teurer und enthält nicht die ausführliche Wegbeschreibung, die der Guide bietet.

4. Logistik und Nachschub

Die Logisitk ist eigentlich nur in der Negev ein Thema – danach hat man jeden Tag Wasser und zumindest jeden zweiten Tag einen Laden um Essen zu kaufen. In der Wüste hingegen ist das nicht der Fall. Für die Thematik „Wasser“ siehe meinen Beitrag „How-To: INT ohne Wasserverstecke“. Was das Essen angeht, so kann man die Logistik beliebig kompliziert machen, man könnte ja trampen und in weiter entfernten Städten einkaufen. Meiner Meinung nach ist es den Stress nicht wert. Wie auch immer – im folgenden geht es um den Nachschub, wenn man den Trail nicht verlassen möchte.

Eilat: Supermarkt. Nächste Gelegenheit in 100km. Daher: Abendessen und Frühstück für 7-8 Tage auf dem Trail. Snacks können – wenn man genug Geld hat in Shizafon nachgekauft werden.

Shizafon Junction Raststätte: Sandwiches und Snacks (Datteln, Rosinen etc.), aber sehr teuer. Nächste Gelegenheit in 80km.

Zofar: Dorfladen – hat alles was man braucht. Nächste Gelegenheit in 65km.

Mizpe Ramon: Supermarkt. Nächste Gelegenheit in 53km.

Midreshet Ben-Gurion (Sde Boker): Supermarkt. Nächste Gelegenheit in 115km (Arad: Ende der Wüste).

5. Wetter und beste Reisezeit

Das Klima in Israel wird im Süden von der Sahara beeinflusst, daher ist es nicht verwunderlich, dass dort die Wüste ist. Die Tagtemperaturen können im Februar/März schon um die 30° erreichen. Nachts können die Temperaturen bis an den Gefrierpunkt heran reichen. Im Klimadiagramm sieht man die durchschnittlichen Tag- und Nachttemperaturen sehr gut. Nur mal als Vergleich: In Berlin ist die durchschnittliche Tagtemperatur im heissesten Monat Juli ungefähr so hoch wie in der Wüste im Februar. Im März ist es in der Negev bereits deutlich heisser. Im Rest von Israel ist das Wetter teils mediterran geprägt (warme trockene Sommer – milde, regnerische Winter), aber im Norden kann es auch kalt und regnerisch werden – genauso wie in der Region um Jerusalem, die tendenziell etwas kälter ist.

Als optimaler Reisezeitraum bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Im Frühling ist es sinnvoll im Süden zu starten, da man dann die Wüste hinter sich hat, bevor die Temperaturen zu heiss werden. Als grobe Richtlinie lässt sich festlegen, dass man spätestens im Mai die Wüste hinter sich haben sollte. Danach wirds unangenehm.

Im Herbst startet man besser im Norden, um das gute Wetter des Sommers für den Norden noch mitzunehmen und kommt dann im Oktober oder November in der Wüste an.

6. Nützliche Links

Seite von Jacob Saar mit allgemeinen Infos zum Trail: israelnationaltrail.com

Englischsprachiges Forum zum Israelnational Trail: INT Forum

Seite mit Planunginformationen: israeltrail.net

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