Hochlanddurchquerung Islands

Hochlanddurchquerung von Island:

Die nächste große Tour, die wir derzeit planen ist eine Durchquerung Islands von Skogar an der Südküste bis nach Skagafjördur oder Fjallabyggö an der Nordküste. Benedikt, ein Freund und Kommilitone von mir kam im Januar diese Jahres mit dem Vorschlag zum Wandern nach Island zu fliegen. Jedoch war ich zu diesem Zeitpunkt noch mit der Planung für den Israel National Trail beschäftigt und wollte mich nicht Hals über Kopf in das nächste Projekt stürzen. Nachdem ich wieder aus Israel zurück war, dachte ich nochmal darüber nach und kam auf die Idee einer Durchquerung. Bene war sofort Feuer und Flamme – genauso wie David, mit dem ich in den letzten beiden Jahren das Zelt in den Alpen und auf deutschen Mittelgebirgen geteilt hatte. Aus dem anfänglichen „let’s do it“ ist mittlerweile eine ansehliche Planung geworden. Doch bevor es dazu mehr gibt, möchten wir uns mal kurz vorstellen:

bene2Benedikt ist ein Freund der Kälte – wenns warm ist dann wird lieber gefaulenzt, aber sobald die Temperaturen fallen „taut“ er auf. Darum ist es nicht verwunderlich, dass er begeisterter Skifahrer und Skitourengeher ist. Wenns Wetter passt wird aber auch gerne mal in der fränkischen Schweiz das Projekt fortgesetzt alle Kletterklassiker einmal zu durchsteigen. Naja und Wandern geht Bene ebenfalls gerne, sonst würde ja Island nicht auf dem Plan stehen.

DavidDavid studiert Übersetzer/Dolmetscher in den Sprachen Englisch und Spanisch und wird deshalb auch in Zukunft dafür sorgen, dass auch englischsprachige Gäste etwas über unsere Hochlanddurchquerung zu lesen bekommen. Wenn er nicht gerade draussen unterwegs ist, schreibt er auch gerne an seinem eigenen Musikblog. Und wenn er draussen unterwegs ist, gehts meistens mit dem Rucksack in die Wälder vor der Haustür, die Alpen oder ins europäische Ausland. Da darfs dann schon mal eine einwöchige Tour in Irland oder eine Erkundungstour in Spanien sein.

int3-ichThorsten ist in der Natur zuhause. Das zieht sich von seiner Kindheit bis zur Gegenwart wie ein roter Faden durch sein Leben. Egal ob mit Eltern, Freunden oder allein. Egal ob auf dem Wasser oder in luftigen Höhen: Hauptsache nicht gerade, nicht flach. Dann fängt Thorsten an sich zu langweilen. Und weil er leider nicht das ganze Jahr unterwegs sein kann, was er tun würde, wäre da nicht so ein Geologiestudium, dann verbringt er seine Zeit gerne damit die nächste Tour zu planen oder den nächsten Ausrüstungskauf bis ins Detail vorher zu sondieren bzw. Alternativen zu finden (UltraLight bitte!).  Zum Glück teilt er seine Ergebnisse sehr gerne und ist immer für Diskussionen zu haben.

  • Was wird uns erwarten?

Alles in allem rechnen wir für die Strecke von 350-400km mit einer Dauer von 3 Wochen. Island ist für vieles bekannt, aber nicht für sein gutes Wetter. Insofern erwarten wir für den Monat August mit allem was man sich so vorstellen kann: starker Wind, Nebel, Regen und eventuell sogar Schnee, aber hoffentlich auch etwas Sonnenschein. Zudem gibts Temperaturen bis an den Gefrierpunkt, jede Menge lästiger, aber nicht stechender Mücken und eine Vielzahl an Furten, die von den Schmelzwassern der Gletscher gespeist werden.

island-header

  • Die Route

Routen die Island durchqueren sind immer einzigartig: Da es nicht durchgegehend Wanderwege gibt, muss jede individuell geplant werden. Eine oft gewählte Route verläuft östlich des Hofsjökull und endet einen Fjord weiter östlich in Asbyrgi. Wir haben uns für eine westlichere Route entschieden, weil eine komplett eigene Route spannender ist, als die, die einem andere schon Grob vorgezeichnet haben. Der Verlauf steht bereits relativ genau fest: Von Skogar gehen die ersten 80km entlang des wohlbekannten Laugavegur gen Norden. Nachdem wir in der Landmannalaugar angekommen sind, geht es Richtung nordwesten weiter, bis wir an der Westseite Sultartangalón Staudsees angekommen sind. Von dort geht es nach wieder auf direktem Wege nach Norden, wo die Route zwischen den beiden Gletschern Langjökull und Hofsjökull entlang führt. Am Nordende des Langjökull machen wir einen Abstecher zur Hveravellir-Hütte um das dort deponierte Essen für den Rest der Tour abzuholen. Und wie es danach weiter geht wissen wir auch noch nicht genau, aber das wird sich hoffentlich bald ändern, sobald die Karte da ist.

islandkarte

  • Das Essen

Essen – immer ein Thema auf Tour, wo es schon mal etwas mehr sein darf. Wir haben für den Energiebedarf pro Person mit ungefähr 3500kcal pro Tag gerechnet. Das sind 650g Schokolade oder 1130g in Nudeln ausgedrückt. Will heißen, dass wir jeweils 700-800g Essen pro Tag dabei haben werden, womit wir bei 20 Tagen auf 14-16 Kilo pro Person oder ca. 45kg zusammen kommen würden. Darum heisst es für uns in der nächsten Zeit, kreativ zu werden was die Essensauswahl angeht. Travellunch und dergleichen ist uns zu teuer und etwas Abwechslung in der Küche darfs dann auch sein. Darum werden wir unser eigenes Gemüse dörren und mal sehen was sich kulinarisch so machen lässt. Wir wollen uns größtenteils auf Freezer-Bag cooking verlassen, das sich auf den bisherigen Touren bewährt hat (Trekkingnahrung, der man nur heißes Wasser zugibt und die dann ohne weiteres erhitzen gar wird). An Kohlehydratlieferanten eignet sich dafür CousCous und Kartoffelbrei optimal, normale Nudeln werden aber beispielsweise nicht durch. Naja und wer will schon 20 Tage am Stück nur CousCous und Kartoffelbrei zum Abendessen? Insofern hoffen wir noch einen ganzen Haufen einfacher Alternativen zu finden und werden euch nach der Tour selbstverständlich einen Einblick gewähren.

  • Die Ausrüstung

Regenjacke? Check. Regenhose? Check. Zelt? Check. Schuhe? Che…halt. Denn genau da scheiden sich bei uns die Geister. Hohe Trekkingstiefel mit Gore-Tex, die nicht nass werden oder niedrige Trailrunner ohne Gore-Tex, die schnell trocknen? Vermutlich wird jeder nach seinen persönlichen Präferenzen das jeweilige Schuhmodell wählen. Was sich dann am besten eignet können wir hoffentlich in einer Diskussion nach der Tour klären. Allgemein ist die Prämisse mal wieder so leicht wie möglich unterwegs zu sein – wir sind mal gespannt bei wie viel kg wir jeweils landen.

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5 Antworten zu “Hochlanddurchquerung Islands

  1. hi, klingt echt spannend, was ihr da vor habt. zwecks essen und kohlehydraten kann ich empfehlen, kartoffeln in scheiben zu schneiden, diese dann zu dörren und sie dann mit heißem wasser wieder essbar zu machen. diese asia nudeln sind eigentlich auch bald gar.viel Spaß!

  2. hi jungs,

    ich versuche gerade etwas ähnliches zu planen. gibt es empfehlenwertes kartenmaterial für die gesamte route? wnaderkarten habe ich nur für spezielle regionen gefundne aber nicht für das gesamt hochland.
    in der mongolei haben chinanudeln wunder geholfen!

    • Hi,

      Flächendeckende Wanderkarten gibt es vom Verlag Mag ol Menning im Maßstab 1:100.000 (nennen sich Atlaskort), was uns für Hochlandzwecke gereicht hat. Vertrieben werden diese Karten in Deutschland von der Geobuchhandlung Kiel.

      Na dann viel Spaß bei deiner Tour, sofern sie zustande kommt.

  3. Hi,

    ich hoffe euer Ausflug verlief wie geplant! Vielleicht stellst du ja ein paar Bilder online, bin echt gespannt darauf! Bin gerade mit meiner Familie im Alpen Urlaub, aber wir planen mit den Komulitonen auch einen änlichen Ausflug zu starten und ich bin ganz gespannt auf deine Erfahrungen!

    grüße,
    Andreas

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